Großer Zapfenstreich am Vorabend von Fronleichnam

Immer am Vorabend von Fronleichnam wird um 21.15 Uhr der "Große Zapfenstreich" von der Hist. Bürgerwache Ehingen und einem Ehrenzug der Bundeswehr in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen und hunderten von Zuschauern auf dem Marktplatz in Ehingen aufgeführt. 1951 wurde er zum ersten mal wieder nach dem Krieg aufgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 Der Name: Großer Zapfenstreich?

Der Name Zapfenstreich stammt aus der Zeit der Landsknechte. Im Jahre 1596 wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem „Zapfenschlag" erwähnt. Mit einem solchen Schlag bzw. Streich auf den Zapfen eines Fasses gab der Profos (Verwalter der Militärgerichtsbarkeit) das Signal zur Nachtruhe, die unbedingt einzuhalten war. Von diesem Zeitpunkt an durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben, die Landsknechte hatten sich in ihre Zelte zu begeben und Ruhe zu halten. Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot wurden „exemplariter abgestraft".

Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Bei der Kavallerie geschah dies durch Trompetensignale (die „Retraite"), bei der Infanterie durch besondere Spielstücke für Flöte und Trommel.

Das heute übliche Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs geht auf die Befreiungskriege (1813 – 1815) zurück. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied folgen zu lassen. König Friedrich Wilhelm III befahl unter dem Eindruck eines Brauches in der Russischen Armee im August 1813 auch bei seinen Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet. Auf dieser Grundlinie (Locken – Zapfenstreich – Gebet) stellte Friedrich Wilhelm Wieprecht , der legendäre Wegbereiter deutscher Blas- und Militärmusik, die noch heute gültige Form des Großen Zapfenstreiches zusammen.

Er erklang auf diese Weise mit 1200 Mitwirkenden erstmalig am 12. Mai 1838 in Berlin als Abschluss eines Großkonzertes zu Ehren des russischen Zaren. Die damals erklungene Spielfolge umriss bereits ein Konzept, das bis zum Jahre 1918 zwar vielerorts variiert wurde, sich aber wie ein roter Faden bis zum heute verbindlichen Ablauf durchzieht:

  • Locken zum Zapfenstreich (Spielleute)
  • Zapfenstreichmarsch (Spielleute und Musikkorps)
  • Retraite (die 3 Posten des traditionellen Zapfenstreiches der berittenen Truppen, Musikkorps)
  • Zeichen zum Gebet (Spielleute)
  • Gebet (Spielleute und Musikkorps)
  • Abschlagen nach dem Gebet (Spielleute)
  • Ruf nach dem Gebet (Musikkorps)
  • Seit 1922 endet der Große Zapfenstreich mit der Nationalhymne
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Das Zeremoniell des Großen Zapfenstreiches

Der Große Zapfenstreich wird von einem Spielmannszug und einem Musikzug gemeinsam ausgeführt, die von zwei Zügen, bei der Hist. Bürgerwache Ehingen von drei Zügen, unter Gewehr begleitet werden. Führer des Großen Zapfenstreiches ist ein Offizier, der die für den Großen Zapfenstreich angeordneten Kommandos gibt. Die musikalische Leitung obliegt dem Chef des Musikzuges.

Der Große Zapfenstreich marschiert unter den Klängen des „Yorkschen Marsches" auf. Nach dem Einnehmen und Ausrichten der Formation folgt die Meldung an die zu ehrende Persönlichkeit. Daran schließt sich eine Serenade an, die üblicherweise aus drei Musikstücken besteht. Anschließend lässt der Kommandeur des Großen Zapfenstreiches die Formation stillstehen. Es folgt der Große Zapfenstreich in der oben dargestellten Spielfolge. Beim anschließenden Gebet wird der Helm für die Dauer des Gebets abgenommen. Nach der Nationalhymne erfolgt die Abmeldung des Großen Zapfenstreiches, der dann unter den Klängen des „Zapfenstreichmarsches" ausmarschiert.